edition: plattes-land

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Petra Bröscher, Christel Gewitzsch, Karin Goebel, Theo Goebel

"Alles lag in der Sonne"

ISBN 978-3-00-043969-8, 100 Seiten,9,50 Euro, (gebundener Preis)

Ab Freitag, dem 22. 11. 2013
im Buchhandel erhältlich.

 

   

Inhalt

Vorwort
I. Alte Heimat

  • Familiengeschichten
  • Kindheitserinnerungen
  • Kriegsauswirkungen

II. Auf dem Weg

  • Flucht und Vertreibung

III. Neubeginn

  • Ankunft und erste Wohnsituation
  • Ausbildungs- und Arbeitsbeginn
  • Familien mussten sich finden
  • Aufnahme am neuen Ort

IV. Besuche

  • In der alten Heimat
  • Heimatgefühl

V. Fazit der Interviewten

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Leseproben

  • Und vor allen Dingen dann dieser Blick von der Schneekoppe über die ehemalige Heimat. Es lag alles in der Sonne, das war noch ein wunderschöner Tag und dann mit noch zwei Geschwistern da oben zu stehen und über das Land zu schauen, das war schon schön. Es hat mich ein ganz klein wenig traurig gemacht, aber sonst eigentlich in gar keiner Weise, da muss ich wieder hin oder das müssen wir zurück haben oder so, diese Gedanken waren mir so fremd.
  • Ja, mein Großvater väterlicherseits – mütterlicherseits, den haben sie erschlagen - und väterlicherseits, ja das war so ein Luftikus, ja das war ein Luftikus und deswegen hatte mein Vater immer Angst, dass mit einem von uns auch irgendwie ..., also wenn ich losging, dann hat er immer so ein bisschen [lacht] Schiss gehabt.
  • Es waren drei Güter bei uns in der Stadt zu Bauernhöfen gemacht worden, aufgeteilt worden. Die hat ein Adeliger in einer Nacht in Berlin verspielt. Dann haben wir aufgebaut, ich weiß noch, Karfreitag 1939 haben wir eine ganze Reihe Obstbäume an der Wiese lang gepflanzt.
  • Da kam eines Tages der Bürgermeister und sagte: „Ihr könnt euch Milch abholen so viel ihr wollt, ihr müsst aber melken.“ Unsere Mutter nimmt zwei Eimer, ich einen Eimer, ich war der Älteste, die beiden Kleinen auch einen. Mutter konnte alles voll machen und dann sind wir mit den Eimern nach Hause. Am andern Morgen standen die Russen vor der Tür, fünf Russen waren das. Sie fragten: „Wo ist der Sohn?“
  • Wir sind rausgemusst am 21. Juni 1946 und waren in Selm am 2. Juli. [Die Bauern], die haben uns abgeholt. Wir sind nach O... Ja, das ist da, wenn man nach Nordkirchen fährt. Ja, da waren nur die Oma, und dann die junge Frau damals und dann zwei Feldarbeiter. Mehr nicht.
  • Meine Mutter haben die Russen erschossen 1945, am 30. März und mein Vater ist gestorben, da war ich im ersten Schuljahr, sechs Jahre. Da [im Dorf] sind wir acht Jahre zur Schule gegangen. Aber anschließend war ich noch zur Handelsschule in Königsberg, dort hatte meine Mutter eine Cousine und da hab ich bei ihr gewohnt und bin ich von da aus in die Schule gegangen.

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