edition: plattes-land
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aktenlage.net
Zeitschrift für Regionalgeschichte Selm und Umgebung

Die Online-Zeitschrift aktenlage.net befasst sich mit der Geschichte der Stadt Selm und ihrer Umgebung im 19. Jahrhundert. Die heutige Stadt, die gemeinhin als Dreiklang Selm-Bork-Cappenberg wahrgenommen wird, erschien im 19. Jahrhundert als Amt Bork.

Erzählt wird, was sich „nach Aktenlage“ aus öffentlich zugänglichen Quellen erarbeiten lässt.

 
aktenlage.net

Aktendeckel aus dem Stadtarchiv Selm

Das Buch im Netz

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Dieter Gewitzsch
Franz Jakob von Hilgers
1810 - 1877
Landrat und Abgeordneter

... mit dem bitteren Gefühl, daß ich eine angenehme Existenz politischer Überzeugungs-Treue unkluger Weise geopfert habe. 

Hilgers am 15. Juli 1859 an Innenminister Graf von Schwerin und Finanzminister von Patow

1810 in Heister im Herzogtum Nassau als Sohn eines Landrats geboren, folgte Hilgers der Familientradition und wurde 1845 Landrat des Kreises Altenkirchen. Seine vorgezeichnete Karriere im Amt begleiteten nach 1848 politische Ambitionen, die ihn im Herbst 1849 in die preußische Zweiten Kammer brachten, mit denen er sich aber auch Schwierigkeiten einhandelte. 1852 wurde Hilgers mit anderen Landräten wegen oppositioneller Tätigkeit zur Disposition gestellt, d.h. bei gekürzten Bezügen aus dem Amt entlassen.

Es dauerte viereinhalb Jahre, bis Hilgers 1856 als Stellvertreter in Lüdinghausen in ein Landratsamt zurückkehren durfte. Nachdem er 1858 nur für einige Monate in Rybnick tätig war, versuchte Hilgers im Kreis Ahaus vergeblich, aus der Position des Stellvertreters heraus eine definitive Berufung als Landrat zu bekommen. 1861 gab den Gedanken an eine Rückkehr in den Staatsdienst auf. 

Der Politik entsagte Hilgers nicht. Von 1858 bis 1870 war er Abgeordneter rheinischer Wahlkreise, schloss sich wechselnden Gruppierungen an, immer auf Seiten der liberalen Opposition.
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Franz Jakob von Hilgers

Jakob von Hilgers.
Foto aus dem "Album Lenarz", Privatbesitz.
Abgedruckt in:
Bernd Haunfelder, Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849-1867, Düsseldorf 1994, innere Umschlagseite.
Repro: dg

 

 

Christel Gewitzsch
Ruthenhiebe und Lebenshülfe
Polizeiarbeit im Amt Bork
1815 - 1866


Als Westfalen durch die Entscheidung auf dem Wiener Kongress 1815 zur Preußischen Provinz wurde, gehörte es zu den ersten Aufgaben, eine effektive Verwaltung zu errichten. Die Arbeit vor Ort übernahmen die Bürgermeister – später die Amtmänner –, sie wurden unter anderem zur lokalen Polizeibehörde. In Abstimmung mit den Landräten sorgten Polizeidiener und Nachtwächter und wenn nötig die Gendarmerie für Ruhe und Ordnung in den Gemeinden. Später konnten Konflikte vor einem Schiedsmann ausgetragen werden, schwere Fälle gingen an die Staatsanwaltschaft.
Das Buch „Ruthenhiebe und Lebenshülfe“ und der Vortrag handeln davon, mit welchen Verordnungen und Gesetzen die Ordnungshüter umzugehen hatten, welche Schwierigkeiten der Arbeitsalltag brachte und welche Verbrechen, Vergehen und Übertretungen sie verfolgen mussten. Zahlreiche Beispiele aus den Gemeinden des Amtes Bork, vorgefunden in den Akten des Selmer Stadtarchivs und des Landesarchivs Westfalen in Münster, ermöglichen einen speziellen Blick auf das Dorfleben vor 200 Jahren.
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Alles lag in der Sonne

Inhalt

 

Von Flucht oder Vertreibung betroffenen Menschen aus Selm sollte Gelegenheit gegeben werden, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Sechs Personen fanden sich bereit, ihre Erlebnisse zu erzählen. Die Gesprächspartner bereiteten sich in dem Zeitzeugen-Projekt "Flucht und Vertreibung" der VHS Selm darauf vor, Interviews zu führen, das Erzählte aufzunehmen und aufzuschreiben.

Für die Veröffentlichung wurde das gesprochene Wort in geringem Umfang bearbeitet, um den Befragten Anonymität zu gewähren. Besonderheiten der mündlichen Sprache, die den Lesefluss behindern könnten, wurden abgemildert.

Zu danken ist den Zeitzeugen, die dem Projekt ihre Geschichten anvertrauten, auch wenn das Erzählte sehr emotionale Erinnerungen wachrief. Beeindruckend ist die Haltung, mit der die Betroffenen auf ihre Erfahrungen zurückblicken, und ihr Humor, der viele Erlebnisse trotz widrigster Umstände begleitete.


 

Plattes Land - vergriffen

Inhalt

 

Erzählt wird die Geschichte vom Bau einer Chaussee durch das "platte Land" am Südrand des Münsterlandes. Als sich der Staat in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Straßenbau weitgehend zurückzog, trat ein Zweckverband kleinerer Gemeinden in die Lücke, mutete sich einen finanziellen Kraftakt zu und baute mit den Menschen und den Mitteln der Region einen Anschluss an das Ruhrgebiet. Handwerker und Tagelöhner, Kötter und Kolonen fanden Arbeit im Straßenbau. Fast alle kamen aus Lüdinghausen, Selm und Bork. Das Buch enthält Vertragstexte,  Abrechnungen und viele Namen der damals Beteiligten.

Chaussee Lünen

Mairie Bork vergriffen

 

Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 wurden die preußischen Besitzungen im Westen unter französische Militärverwaltung gestellt und im Friedensvertrag von Tilsit zwischen Russland und Frankreich verlor Preußen alle Gebiete westlich der Elbe an Frankreich. 1808 überließ Napoleon das Erbfürstentum Münster dem Großherzogtum Berg. Selm gehörte nun zu diesem von den Franzosen neu gegründeten Staat. Welche Auswirkungen das für die Eingesessenen der Mairie Bork mit ihren Kirchspielen Selm, Bork und Altlünen hatte, ist Inhalt dieses Buches. Prägestempel
Roederer
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